Epistula Corvi LXVI
Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Monaten habe ich viele Themen und Projekte jongliert. Nun tragen sie Früchte. Wenn ich in dieser Epistula Corvi gleich drei Neuerscheinungen verkünden kann, so wissen diejenigen, die mich längere Zeit begleiten, dass das keineswegs von einem plötzlichen Aktivitätsschub meinerseits rührt; vielmehr fallen die Veröffentlichungszeitpunkte mehrerer Projekte, an denen ich lange gearbeitet habe, zusammen. Das zeigt sich auch an der Unterschiedlichkeit der Geschichten, die sie erzählen:
In Unter dem Himmel von Texas laden Bernhard Hennen und ich Euch in den Wilden Westen ein, genauer gesagt: ins Land der Comanchen.
Gottes Ebenbilder spielt im Jahr 2072 und schildert einen Erstkontakt, bei dem das Vertraute mehr verstört als das Fremde; diese Geschichte liegt nun auch in gedruckter Form vor.
Und ganz frisch ist Die Nacht der Götter, wo die achtzehnjährige Astra im Licht der Gaslaternen im London des Jahres 1903 Entitäten begegnet, die seit Jahrtausenden unter dem Sand der Wüste ruhen sollten. Schaut Euch gern das eBook bei Amazon an.
Obwohl ich jede dieser Geschichten mag, bin ich besonders glücklich über die Hardcover-Gesamtausgabe von Gottes Ebenbilder. Ich hatte meinen Fans angekündigt, dass sie im Oktober 2026 erscheinen sollte. Zunächst war das wegen technischer Probleme im Druck ungewiss, aber letztlich hat die Druckerei es hinbekommen und ich konnte die Zusage einhalten.
Informationen zu den Büchern sowie dies und jenes mehr findet Ihr in diesem Newsletter.
Was war

Zum zweiten Mal fand in Rosenheim das Fantasy-Lesefestival statt. Diesmal war es etwas anders organisiert, weite Wege zwischen den Lesungsorten wurden vermieden. Gleich geblieben ist der bunte Mix aus fantastischen Geschichten, die der Lokschuppen präsentierte. Ein besonderes Anliegen der Veranstalterin ist die Vernetzung innerhalb der Szene, und für meinen Teil kann ich sagen, dass sie gelungen ist. Ich habe neue Kreative kennengelernt und andere wiedergetroffen, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Heimgekehrt bin ich mit einigen Denkanstößen im Gepäck. Beispielsweise der Frage, wie sich der Schriftstellerberuf darstellt, wenn man alle zwei Monate einen neuen Roman veröffentlicht, wie es beliebte Selfpublisher seit vielen Jahren tun. Vermutlich identifiziert man sich stärker mit dem Gesamtwerk als mit dem einzelnen Buch – ähnlich, wie die Fans von Serien eher in Staffeln oder der Gesamtserie denken als in einzelnen Episoden (auch wenn es natürlich herausragende Einzelepisoden gibt).
Was mich erneut zu der Diagnose führt, dass es zwischen den Teilbereichen meines Werks oftmals eher Stege als Brücken gibt. Wenn jemand durch Die Nacht der Götter auf mich aufmerksam wird, muss er einen langen Weg zurücklegen, bevor er bei Das Imago-Projekt oder Präludium angelangt. Wobei es vielleicht gar nicht weise ist, wenn ich mir als Autor darüber Gedanken mache; schließlich ist es die Sache der Leserschaft, ihre Lektüre auszuwählen, und die der Kritiker, dabei Orientierungshilfe zu geben. Meine Aufgabe dagegen besteht darin, ab und zu einen wahren Satz zu schreiben.
Sowohl in Rosenheim als auch auf dem BuCon habe ich aus Gottes Ebenbilder gelesen. In Rosenheim hat Bernhard Hennen meine Lesung moderiert, auf dem BuCon habe ich volley vorgetragen. Ich habe das Gefühl, dass die Verbindung zum Publikum in Rosenheim besser gelungen ist. Vielleicht liegt es am provokanten Thema des Buchs, dass es mit einer geführten Diskussion besser zur Geltung kommt, möglicherweise sollte ich aber auch für solche Solo-Auftritte einen anderen Ablauf wählen.
Der BuCon war das gewohnte »Großfamilientreffen der Fantastikszene«. Ich habe auf einen Präsentationsstand verzichtet, um intensiver netzwerken zu können, und das hat auch dieses Jahr wieder sehr gut funktioniert. Hier ist es ebenfalls der Mix aus etablierten und neuen Bekanntschaften, der den Reiz ausmacht. Eine Leerstelle, für die niemand etwas kann, ist das Fehlen von Torsten Low, der diese Convention für mich (mit-)geprägt hat, aber leider vor einigen Wochen verstorben ist.
Die Saison 2026 der Literatur im Lindenwirt ist, was das vorab geplante Programm angeht, abgeschlossen. Romantasy, eine Kinderlesung und Lyrik gab es auf meiner Bühne im September und Oktober.
Was ist
Mit den letzten geplanten Lesungen ist auch das geförderte Programm für die Literatur im Lindenwirt umgesetzt. Über die Bedeutung von Fördergeldern für derartige Veranstaltungen habe ich auf dem BuCon gesprochen, hier kurz zusammengefasst: Ohne solche Mittel könnte ich die Rahmenbedingungen, insbesondere die Bezahlung der Autorinnen und Autoren nach VS-Empfehlung von 500 Euro plus Spesen, nicht realisieren. Daher an dieser Stelle nochmals der Dank an den Landschaftsverband Osnabrücker Land und das Kulturbüro des Landkreises Osnabrück.
Mit den Fördermitteln einher geht selbstverständlich eine Nachweispflicht zur Mittelverwendung, der ich durch die entsprechenden Dokumente nachgekommen bin. Obwohl das für mich Aufwand bedeutet, finde ich es richtig, dass man ein Auge darauf hat, dass Gelder, die für die Kulturförderung vorgesehen sind, auch wirklich für die Kulturförderung ausgegeben werden. Darüber hinaus freut mich, dass meine Ansprechpartnerinnen jenseits der Zahlenwerke Interesse an den Veranstaltungen haben. Nicht nur waren sie selbst zu Gast, sie haben auch mein Gästebuch studiert ...
Ohne Fördergelder, deswegen auch mit erheblich bescheidenerem Mittelaufwand meinerseits, gibt es am 12. November ein Nachspiel zur diesjährigen Lesungsreihe: Sechs Autorinnen und Autoren, die die Veranstaltung bereits aus Publikumsperspektive kennen, treten auf die Bühne. Einzelheiten dazu findet Ihr auf der LiLi-Homepage.
Zwar mag ich die Begegnungen, aber im Kern ist Literatur etwas, das in trauter Zweisamkeit zwischen Werk und Leser Gestalt annimmt. Daher bleiben die drei aktuellen Neuerscheinungen die wichtigste Nachricht dieser Epistula Corvi. Wer sich dafür interessiert, findet sie hier:


Die Nacht der Götter gibt es als eBook bei Amazon. Wer schnell zugreift, zahlt den Einführungspreis von 2,69 Euro – demnächst werden es 3,99 Euro sein. Wer einen anderen Reader als den Kindle verwendet, kann das Buch nach dem Kauf in seinem Amazon-Konto unter ›Meine Inhalte und Geräte‹ als ePub-Datei herunterladen.
Elchi war diesmal besonders fix, hat die Geschichte vorab gelesen und auf ihrem Blog eine sehr schöne Rezension gebracht.
Printausgaben sollen im Dezember folgen – rechtzeitig vor Weihnachten.
Den 1000. Heftroman der Reihe WINCHESTER, also den von Bernhard Hennen und mir gemeinsam verfassten Western Unter dem Himmel von Texas, bekommt man im Zeitschriftenhandel. Händler, die die Reihe nicht führen, können ihn bestellen, solange er noch aktuell ist – was in diesem Umfeld bedeutet: diese, maximal noch nächste Woche. Alternativ kann man ihn beim Verlag beziehen, solange der Vorrat reicht. Allerdings wohl erst ab kommender Woche; aktuell scheint es einen technischen Fehler zu geben, der dafür sorgt, dass der tatsächlich vorhandene Lagerbestand nicht berücksichtigt wird.
Dass Gottes Ebenbilder in einem Hardcover guter Qualität verfügbar ist, als Gesamtausgabe, mit Lesebändchen, Schutzumschlag und Illustrationen, freut mich besonders. Die Auflage ist auf 100 nummerierte Exemplare begrenzt, die man direkt bei mir erwerben kann, insbesondere über meinen Webshop.
Ein spezielles Angebot für Buchblogger: Die Mängelexemplare aus den vorherigen Druckversuchen darf ich zwar nicht verkaufen, aber verschenken. Die Mängel beziehen sich auf etwa ein Viertel der Innenillustrationen, die unsauber gedruckt sind. Der Text ist vollständig enthalten; wer das Buch besprechen möchte, sollte also alles finden, was er braucht. Bei Interesse schickt mir bitte eine Mail mit Link zu Eurem Blog.
Bei Patreon ist aktuell ein Platz für einen Schreibraben frei; wer Lust hat, dass ich mich eine Stunde im Monat mit ihrem bzw. seinem Schreiben beschäftige, Feedback und Ratschläge gebe, wird hier fündig.
Und was ist mit meinem Schreiben?
In dieser Hinsicht freue ich mich auf die ruhigen Wintermonate. Gedanklich werde ich mich wohl häufig nach Hongkong begeben ... Den ein oder anderen Blick habe ich schon auf die Metropole an der Mündung des Perlflusses geworfen.
Was wird
Im Lindenwirt gibt es im November noch zwei Literaturveranstaltungen, bevor der Winterschlaf beginnt: Bei der Lesebühne am 12. November bin ich selbst gespannt, welche Texte uns die sechs Autorinnen und Autoren darbieten werden. Am 26. November folgt der Lesezirkel, bei dem wir über Im Westen nichts Neues sprechen werden.

Kurzfristig angemeldet habe ich mich zur Regionalen Bücherbörse für das Osnabrücker Land, die am 7. November in der Gesamtschule Schinkel stattfinden wird. Dort könnt Ihr mich an meinem Präsentationsstand treffen.
Am 14. und 15. November wird man mich auf dem DreieichCon finden, wo ich auch einen Stand haben werde. Zudem werde ich meine aktuellen Werke vorstellen und den Vortrag über das Ausrichten von Kulturveranstaltungen wiederholen, der auf dem BuCon auf so großes Interesse stieß.
Im vorigen Newsletter erwähnte ich schon meine Idee, einen Podcast zu starten. Dabei bin ich einen wesentlichen Schritt vorangekommen, weil mein Wunschpartner für dieses Vorhaben Interesse bekundet hat. Nun müssen wir den Sprung von der Idee zur Realität schaffen ...
Die Literatur im Lindenwirt soll es auch 2027 geben, und zwar wieder an jedem zweiten Donnerstag im Monat, diesmal von März bis Oktober mit Sommerpause im Juli und August. Die Förderanträge sind abgeschickt, die Verträge geschlossen und konkrete Informationen wird es bald auf der LiLi-Seite geben.
Der Winter naht. Eine Jahreszeit, die zum Träumen einlädt. Welche Begleitung wäre dafür angemessener als ein gutes Buch?
Robert Corvus – Bernard Craw


