Epistula Corvi LXIII
Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen eineinhalb Jahren habe ich mich in vielerlei Hinsicht in meiner neuen Lebenssituation eingefunden – sozial, organisatorisch, ökonomisch ... Ich hoffe, es klingt nicht wie eine Ausrede, wenn ich feststelle, dass ich deswegen meine Schriftstellerei nicht mit derselben Intensität betrieben habe wie in den Jahren zuvor. Und immerhin habe ich Die Vagabunden abgeschlossen, zwei Beiträge für PERRY RHODAN und ein Romanmanuskript verfasst, ein weiteres überarbeitet und eine Lesungsreihe vorbereitet.
So ganz wenig ist das eigentlich gar nicht gewesen, wenn ich darüber nachdenke ...
Trotzdem: Gefühlt trat die Schriftstellerei für eine Weile in die zweite Reihe. Aber nun ist getan, was getan werden musste (und sollte). Das Fundament ist gelegt, ich merke, dass mein Kopf freier ist. Was bedeutet: Ich kann (auch) schriftstellerisch wieder nach vorn schauen, alte Zöpfe abschneiden, Bewährtes erneut aufgreifen, während ich ungegangene Wege beschreite.
Einer davon besteht in einem neuen Format – endlich möchte ich mich an einem Drehbuch versuchen. Ein anderer in einer Erweiterung meines Publikums – ich möchte einen meiner Romane ins Englische übersetzen, was sich allerdings schwieriger gestaltet als gedacht. Weitere Pfade führen zu neuen Geschichten, teils in Genres, in denen ich noch nicht geschrieben habe. Die monatliche Lesungsreihe ›Literatur im Lindenwirt‹, die diesen Monat starten wird, gehört ebenfalls dazu. Darauf freue ich mich – auch weil ich hoffe, einige Abonnenten dieses Newsletters dabei begrüßen zu dürfen.
Was war

Neben den eingangs angesprochenen lebensorganisatorischen Dingen, die in den vergangenen Wochen in intensiven Kontakten mit gleich drei Finanzämtern gipfelten, bin ich auch mit der Bühnentechnik entscheidend vorangekommen, die ich für meine Literatur im Lindenwirt brauche. Ich habe nun Mikrofone, Lautsprecher, eine Leinwand und einen Beamer, weswegen ich hoffe, meinen Gästen eine gute Infrastruktur bieten zu können. Eintausend Werbe-Bierdeckel sind bereits verteilt, die zweite Charge schmilzt. Und auch während eines Lesungsabends soll man sein Glas stilecht abstellen können.
Meine beiden letzten RHODAN-Manuskripte haben ihren Weg durch Lektorat und Herstellung gefunden und für jeweils eine Woche ihr Plätzchen im Zeitschriftenregal bezogen. Manche Heftromane klappen zu wie dicke Bücher.
Was ist
Ich habe mich mit dem Atlantis-Verlag darauf verständigt, dass ich den Abschluss meiner Schwertfeuer-Saga, Grünes Gold, im Selbstverlag herausbringe. Die ersten beiden Bände haben unterschiedliche Druckereien hergestellt. Ich habe soweit möglich das identische Team wie bei Weißes Gold an Bord geholt, was dazu geführt hat, dass der zweite und dritte Band im Regal ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Aufgrund gemachter Erfahrungen gibt es das Hardcover nur im Shop auf meiner Homepage – und natürlich für die Patrons mit Level Sammelrabe oder höher. Für diese ist das Buch bereits in der Post.

Nachdem der Testballon mit den Aufnähern für die Schreibraben so gut gelaufen ist, habe ich auch an alle anderen Patrons entsprechende Näher verschickt. Dabei habe ich etwas mehr als die aktuell benötigten produzieren lassen. Solange der Vorrat reicht, bekommen daher auch Neu-Patrons diese Zier.
Die Nacht der Götter liegt bei mehreren Verlagen, von denen ich aber leider bislang noch keine Zusage habe. Deswegen steht nun an, den Adressatenkreis auszuweiten, sprich: den Stoff weiteren Lektoraten anzubieten.
Gottes Ebenbilder ist ein altes Manuskript, das mich nie losgelassen hat, weil ich glaube, dass es einer in der Science-Fiction (und eigentlich in der Literatur insgesamt) ungewöhnliche Prämisse folgt. Das mag bedeuten, dass die Zielgruppe dafür schmal ist. Stattdessen denke ich, dass durchaus Interesse besteht, sich mit solchen Ideen auseinanderzusetzen – aber nur sehr wenig Angebot in diesem Bereich. Ich hoffe, einen Verlag mit meinem inzwischen überarbeiteten Manuskript von dieser Sichtweise überzeugen zu können.
Was wird
Die Consaison startet für mich mit dem ColoniaCon in Köln. Ich bin zuversichtlich, dass der Geist dieser traditionsreichen Veranstaltung auch an neuem Ort und mit neuem Organisationsteam lebendig bleiben wird, und freue mich, am 9. Mai dort zu sein.

Am 21. Mai wird sich der Vorhang für die Literatur im Lindenwirt öffnen. Die Premiere werde ich selbst bestreiten – schon allein, um organisatorische Kinderkrankheiten zu identifizieren und zu beheben, bevor die Kolleginnen und Kollegen im Monatstakt zu Gast sein werden.
Am ersten Juliwochenende wird man mir in Berlin begegnen können, nämlich beim MetropolCon, der dieses Jahr auch das Treffen der europäischen Science-Fiction-Fans ist.
Vor allem steht in den kommenden Wochen aber eines an: schreiben. Ein Drehbuch. Und vielleicht noch etwas anderes.
Sehen oder lesen wir uns?
Robert Corvus – Bernard Craw


